Wissensdatenbank · Vergleich

Arten fugenloser Böden
welche passt zu Ihnen?

Ein Spachtelboden ist eine fugenlose Oberfläche, aber es gibt eine ganze Reihe von Varianten. Auf dieser Seite vergleichen wir die vier Haupttypen: Mikrozement, Lavasteen-Boden (Epoxidharz), Polyurethan-Spachtelboden und polierter Beton. Plus Empfehlungen je Raum.

Vier Typen

Die vier Arten fugenloser Böden

Mikrozement

Mineralisch — besteht aus Zement, Polymer und Pigmenten. Mit PU-Versiegelung für Wasserdichtigkeit abgeschlossen. Dünn aufgetragen (1–2 mm) auf Ihren bestehenden Untergrund — auch über Fliesen, nach Reinigung, Schleifen und Grundierung. Matt-minimalistisch.

Stark in: Wände, Möbel, Treppen, Akzentflächen. Weniger geeignet für: Böden in Nasszellen (PU kann beschädigt werden → Mineral zieht Feuchtigkeit). Preisklasse: € 31/m² DIY, € 80–120/m² verlegt.

2. Lavasteen — fugenloser Boden (Epoxidharz mit gemahlenem Lavastein)

Auf Epoxidharz-Basis mit fein gemahlenem Lavastein. Von sich aus wasserdicht, auch bei Beschädigung — kein mineralischer Untergrund, der Feuchtigkeit anzieht. Etwas robuster und verschleißfester als Mikrozement. PU-Versiegelung für einfache Pflege.

Stark in: Böden in Nasszellen (Bad, Dusche, WC), Wohnräume mit intensiver Nutzung. Weniger geeignet für: Wände in trockenen Räumen — dort ist Mikrozement die logischere Wahl; in Bädern kann Lavasteen durchaus an der Wand. Preisklasse: € 47/m² DIY, € 90–150/m² verlegt.

3. Polyurethan-Gießboden (PU)

100% Kunststoffboden, häufig in industriellen Umgebungen eingesetzt (Showrooms, Autohäuser, Produktionshallen). Hart, kratzfest, chemisch beständig. Optisch jedoch „künstlich" — weniger warm als Mikrozement oder Lavasteen.

Stark in: Gewerberäumen, Garagen, Sportböden. Weniger geeignet für: Wohnbereiche (zu clean, zu industriell). Preisklasse: € 60–200/m² je nach Spezifikation.

4. Polierter Beton

Kein echter Gießboden, wird aber oft verwechselt — polierter Beton ist ein dicker Betonestrich (≥80 mm), der mechanisch bis zu einer glatten Oberfläche geschliffen wird. Keine Verarbeitung auf bestehendem Untergrund möglich; bedeutet vollständigen Abriss bei Renovierung. Industriell-roh, liniengebundene Farben.

Stark in: Neubau, Lofts. Weniger geeignet für: Renovierungen, Badezimmer (Porosität hoch). Preisklasse: € 90–200/m² Neubau.

Entscheidungshilfe

Welcher passt zu Ihrem Projekt?

Badezimmerboden oder Dusche

Empfehlung: Lavasteen-Boden. Von sich aus wasserdicht, bleibt es auch bei Beschädigung. Von Mikrozement raten wir hier ab – fällt etwas herunter, kann die PU-Schicht reißen und die mineralische Schicht darunter Feuchtigkeit aufnehmen.

Badezimmerwand

Empfehlung: Mikrozement. Wände sehen keine fallenden Gegenstände, also kein Risiko einer PU-Beschädigung. Breitere Farbauswahl, schönere matt-minimalistische Ausstrahlung. Kombinieren Sie mit Lavasteen-Boden für ein nahtloses Ganzes.

Wohnzimmer- oder Schlafzimmerboden

Empfehlung: Lavasteen-Boden. Robust für den täglichen Gebrauch, warm im Erscheinungsbild. Kombiniert gut mit Holzmöbeln und natürlichen Materialien.

Küchenboden

Empfehlung: Lavasteen-Boden. Fugenlos – keine Fugen, in denen Schmutz/Wasser rund um das Kochfeld eindringt. Fleckenbeständig durch PU-Versiegelung. Bei intensivem Kochen: wählen Sie 2-3 PU-Schichten für zusätzliche Widerstandsfähigkeit.

Treppe oder Möbel

Empfehlung: Mikrozement. Dünn aufzutragen auf jede Geometrie (vertikal, horizontal, gebogen). Verschleißfest mit 2 PU-Schichten auf einer Treppe.

Betriebsraum oder Garage

Empfehlung: PU-Gießboden. Härtere Oberfläche, höhere Tragfähigkeit, chemisch beständig. Mikrozement und Lavasteen sind primär für Wohnbereiche, nicht für industrielle Belastung.

Häufig gefragt

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mikrozement und Beton Ciré?

Eng verwandt, aber nicht identisch — Beton Ciré ist der französische Name aus derselben Produktfamilie; Mikrozement ist härter und hat eine ruhigere Zeichnung. Beide sind mineralische Beschichtungen auf Zementbasis. Wir verwenden “Mikrozement”, weil das der international standardisierte Produktbegriff ist.

Kann ich einen Spachtelboden selbst aufbringen?

Ja, grundsätzlich schon. Unsere Pakete sind DIY-freundlich verpackt mit klarer Schritt-für-Schritt-Verarbeitungsanleitung. Mit handwerklichem Grundgeschick können Sie eine Wand oder kleinere Bodenfläche (bis 25 m²) selbst aufbringen. Für größere Flächen und komplexe Räume (Badezimmer mit Abläufen) empfehlen wir oft einen Fachverarbeiter.

Wie lange hält ein Spachtelboden?

Bei normaler Nutzung: 15+ Jahre. Die mineralische oder Epoxidharz-Schicht selbst hält Jahrzehnte. Die PU-Versiegelung kann nach etwa 8–12 Jahren abgenutzt sein und lässt sich dann neu aufbringen — in 1 Tag Arbeit — ohne den gesamten Boden zu ersetzen.

Kann ein fugenloser Boden über bestehende Fliesen verlegt werden?

Ja, das ist einer der großen Vorteile. Mit einer Haftgrundierung bringen wir unsere Schichten nach der richtigen Vorbereitung (Reinigen, Anschleifen, Haftprimer) über Fliesen an. Spart Abbruchkosten und Entsorgung. Allerdings: Fliesen müssen fest sitzen (keine losen, keine Risse), sonst erst lokal ausgleichen.

Welche Art passt zu Ihnen?

Sie sind noch unsicher, welcher fugenlose Boden zu Ihrem Projekt passt? Fragen Sie Beratung an, oder bestellen Sie Farbmuster, um nach Gefühl + Farbe zu wählen.

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